„Was willst du denn machen?“ 5 Tipps für die Berufsfindung beim Wiedereinstieg

#Berufliche Ziele

„Was willst du denn machen?“ Diese Frage hatten wir doch schon vor vielen, vielen Jahren geklärt. Nach dem Abitur, spätestens nach Ausbildung / Studium und dem ersten Job wurde die berufliche Richtung klar. Und jetzt, mitten im Leben, poppt diese Frage plötzlich wieder auf und nagt an uns.

Es gibt berufliche Wiedereinsteigerinnen, die ihr Ziel ganz genau kennen. Das ist jedoch eine kleine Minderheit. Und dann gibt es welche, die in ihren alten Job zurückkehren. Die haben es auch gut.

Die meisten Wiedereinsteiger verbringen jedoch schlaflose Nächte mit der Überlegung, welche Tätigkeit und welche Branche sie interessieren könnte. Welcher Job so reizvoll ist, dass es sich lohnt, die Familie neu zu organisieren und die Ungebundenheit aufzugeben.

Die Entscheidung, wieder berufstätig zu werden, bringt an sich schon genügend Aufregung und Umorganisation ins Leben. Das beantwortet aber leider noch nicht die Frage, was du machen möchtest. Und nimmt auch nicht die Sorge, ob du eine geeignete Position auf dem aktuellen Arbeitsmarkt finden könntest  (aber das ein anderes Blogthema).

Natürlich könntest du sagen, dass du erst einmal mit „irgendwas“ anfängst. Davon raten wir dir aber dringend ab!

Die meisten Wiedereinsteiger, die mit „irgendetwas“ anfangen oder „erst einmal“ einem Minijob machen, bleiben darin stecken. Das belegen zahlreiche Statistiken. Andere setzen nach einer Weile wieder aus, weil ihnen die Motivation oder Perspektive fehlt.

Damit dir all das nicht passiert, nimm dir zuerst einmal Zeit, um herauszufinden, was dein Ziel ist.

Hier sind 5 Tipps, die dir bei der Beantwortung der Frage „Was möchtest du tun?“,  „Wonach suchst du?“ behilflich sind:

  • Deine Wünsche: Was wünscht du dir für deinen Wiedereinstieg? Sicherlich geht es ums Geld verdienen. Aber ist das alles? Wie wichtig ist es z.B. über den Job Anerkennung zu erhalten? Oder kreativ tätig zu sein? Geht es eventuell auch darum, mit dem Partner wieder auf einer Augenhöhe zu sein?
    • Eine einfache Übung: Nimm dir einen Zettel und notiere alle deine Wünsche. Befrage deinen Verstand & auch dein Herz. Notiere soviel, wie du möchtest, kleine und große Wünsche. Wenn du alle notiert hast, umkreist du den wichtigsten Wunsch. Behalte diesen Wunsch bei der Jobfindung immer im Blick.
  • Deine Fähigkeiten: Jedes einzelne Buch über Karriereentwicklung und Berufsfindung, das ich gelesen habe, beschäftigt sich immer auch mit Selbstreflektion. Warum? Weil es wichtig ist, zu reflektieren, wo man her kommt- was deine Vorlieben, Stärken, Erfolge sind, und was du nicht magst oder nicht so gut kannst – all das sagt aus, welche Tätigkeiten wir mögen, und welche Werthaltungen wir einem Arbeitgeber mitbringen würden.
    • Eine einfache Übung hierzu: Nimm dir zwei Blätter Papier und teile jedes Blatt in zwei Spalten. Auf das erste Blatt schreibst du in die rechte Spalte oben „Erfolge“, in die linke Spalte oben „Misserfolge“. Schreibe alles auf, was dir einfällt. Im zweiten Blatt schreibst du in die rechte Spalte oben „Stärken „ und in die linke Spalte  oben„ Schwächen“ und trägst wieder alles ein. Umkreise in jeder Spalte die drei wichtigsten Punkte.
  • Wie andere dich sehen: Manchmal sehen uns andere besser oder eindeutiger, als wir es selbst tun. Frage Personen, mit denen du einmal zusammengearbeitet hast, wie sie dich einschätzen. Wo sehen sie dich? In welchem Job? Und was sind ihrer Ansicht nach deine Stärken? Vergiss nicht nachzufragen, warum sie dich so sehen. Das „Warum“ könnte dir die entscheidenden Ideen für deine zukünftige Tätigkeit liefern.
    • Du kannst diese Übung auch mit deinen Freunden machen. Frage dabei nicht nur deine engsten Freunde, sondern auch welche, die dir nicht so nah stehen.
  • Recherche: Führe Gespräche mit Personen, die eine Berufstätigkeit ausüben, die dich interessiert. Oder die in einem Bereich arbeiten, der dich reizt. Im persönlichen Gespräch erhältst du häufig viele detaillierte und praxisbezogene Informationen und kannst ganz konkret nachfragen. Z.B. wie der Job mit der Familie vereinbar ist, oder wie familienfreundlich ein Unternehmen ist. Scheue dich nicht davor, andere um ein Gespräch zu bitten. Die meisten von uns helfen gerne, wenn sie nett gefragt werden.
  • Starte einen Testballon: Du willst eine neue Richtung einschlagen, bist dir aber nicht sicher, ob diese Richtung stimmt? Zuerst einmal Glückwunsch, dass du eine Vorstellung hast. Das ist viel wert. Mach es dir einfach, keiner erwartet, dass diese Richtung stimmen muss. Und keiner zwingt dich, mit einer Festanstellung anzufangen, um herauszufinden, ob die berufliche Richtung stimmt. Es gibt auch zahlreiche andere Wege, um das herauszufinden:
    • Ist es zum Beispiel möglich, etwas ähnliches erst einmal ehrenamtlich zu machen? Könntest du zu Beginn freiberuflich tätig sein? Oder eine befristete Stelle annehmen? Einige Arbeitgeber sind froh, nur projektweise neue Mitarbeiter einzustellen, das könnte auch ein Weg sein, um Erfahrungen zu sammeln und zu prüfen, ob die Tätigkeit deinen Vorstellungen entspricht.

Wenn du eine Tätigkeit ausprobierst und das ist nicht das Richtige, ist es auch okay. Folge dem Motto: Versuch macht klug! Deine Zeit ist zu kostbar, um sie mit einem Job zu verbringen, der dir nicht gefällt.

Den einen Job zu finden, der alle Wünsche gleichermaßen erfüllt, kann allerdings auch nervenaufreibend sein und den Zeitpunkt deines Wiedereinstiegs ins Ungewisse hinauszögern. 

Unser Vorschlag: suche dir einen Beruf, der deine wichtigsten Wünsche und Erwartungen erfüllt. Der deine Stärken aufgreift. Mit diesem Vorgehen sicherst du dir die Motivation, um dein Ziel tatsächlich zu erreichen.

Du bist unsicher, ob deine Wünsche umsetzbar sind, oder du möchtest den Weg nicht alleine gehen? Dann könnte unser Mentoring Programm MOVE & GROW etwas für dich sein.

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