„EINFACH MAL MACHEN“ – 5 Fragen an Meike Winnemuth

„Einfach mal machen“ – 5 Fragen an Frau Meike Winnemuth. Ein Post Im Blog von Restart Today.
#Loslegen

Sie liebt das Leben und das merkt man in jeder Zeile dieser lesens- und liebenswerten Journalistin und Bestsellerautorin Meike Winnemuth. Anfänge als Glück zu verstehen, offen für Neues zu sein und Dinge “ einfach mal machen“ zeichnen den spannenden und ebenso erfolgreichen Berufs- und Lebensweg von Meike Winnemuth aus. Mit trockenem und bestechendem Humor bringt sie das Leben auf den Punkt.

Liebe Frau Winnemuth, Ihr beruflicher Weg scheint frei von jeder Routine zu sein und ist von Neustarts geprägt. Worauf genau kam es Ihnen an, wenn Sie einen neuen Weg – beruflich oder privat – eingeschlagen haben? 

Puh, schwer zu beantworten und abhängig von der jeweiligen Lebensphase. Es hatte aber fast immer mit Abenteuerlust zu tun, mit dem vagen Gefühl, dass hinter der nächsten Biegung noch was Interessantes kommen könnte, vielleicht auch mit der genauso vagen Befürchtung, sonst was Wesentliches zu verpassen.

Ich glaube, dass in jedem Menschen ganz viele und unterschiedliche Talente und Leidenschaften schlummern und dass es meist vom Zufall abhängt, ob man die überhaupt entdeckt. Der allergrößte Zufall wäre es, wenn man gleich mit dem ersten Versuch – der Berufswahl, die man mehr oder weniger ahnungslos mit 16 oder 25 trifft – richtig liegen würde.

Ich finde, man hat ein paar Würfe gut.

Und vor allem finde ich, dass man einmal getroffene Entscheidungen unbedingt revidieren sollte, wenn die einfach nicht mehr funktionieren oder nicht mehr zum Leben passen. Das Grundprinzip von allem ist Veränderung – das ist die Regel, nicht die Ausnahme. Die Welt ändert sich gerade in rasendem Tempo, und wir selbst sollen immer die Gleichen bleiben? Nee, oder? 

Was waren oder sind Ihre „inneren“ Treiber, um einen Richtungswechsel herbeizuführen?

Neugier. Sehnsucht. Bauchgefühl. Und meine Grundregel „Einfach mal machen“. Was ganz wichtig ist: sich selbst die Erlaubnis zu geben, was zu verändern. Wer sollte das tun, wenn nicht man selbst? 

Was würden Sie jemanden empfehlen, der in seinem Leben etwas verändern möchte, aber sich noch nicht so recht traut?

Klein anfangen. Es muss ja nicht gleich eine einjährige Weltreise sein. Ich mache zum Beispiel regelmäßig etwas, was ich meinen „Alles anders“-Tag nenne. Einen Tag lang absolut alles anders machen als sonst, gerade in den kleinen Routinen. Morgens mit der linken Hand die Zähne putzen, auf der anderen Seite des Frühstückstisches sitzen, auf keinen Fall das gleiche Brötchen essen wie sonst… und so weiter. Neue Wege gehen oder fahren, ein neues Restaurant probieren, etwas von der Karte bestellen, daß man sonst nie essen würde, im Supermarkt eine andere Joghurt-Geschmacksrichtung kaufen als üblich, eine andere Zeitung lesen.

Wenn man das mal bewusst einen Tag durchexerziert, wird einem erst klar, wie viele Optionen man hat, wie viele Wahlmöglichkeiten jeder einzelne Tag bietet. Und das ist der erste Schritt zur Veränderung. 

Welchen Stellenwert haben Vorbilder für sie? Hatten oder haben Sie welche? 

Klar, natürlich. Keine Berühmtheiten, sondern Menschen, die mir begegnen und die mich beeindrucken. Und deren Lebensweise mir einleuchtet. In Sydney zum Beispiel habe ich eine Engländerin kennengelernt, die abwechselnd als Rechtsanwältin und als Schauspielerin arbeitet. Einfach, weil sie beides gern mag und beides gut kann. Die hat mir beigebracht, dass es nicht immer nur um „Entweder/oder“ geht, sondern dass „Sowohl/als auch“ das deutlich bessere Lebensmodell ist.

Wenn man Neues ins Leben lässt, heißt das noch lange nicht, dass man das bewährte Alte ganz über Bord schmeißen muss.

Welche Veränderung in Ihrem Leben begeistert Sie gerade am meisten?

Mein Älterwerden. Ich finde das Gefühl großartig, immer weniger zu müssen und immer mehr zu dürfen.

Vielen Dank, liebe Frau Winnemuth, für dieses inspirierende Interview.

About:

Meike Winnemuth ist Journalistin und schreibt u.a. für den Stern, Geo Saison und das SZ Magazin. Der breiten Öffentlichkeit wurde sie im Herbst 2010 bekannt geworden, als sie bei der Günther Jauch Show „Wer wird Millionär“ eine halbe Million Euro gewann und danach für 12 Monate in 12 Städte rund um die Welt reiste. Ihre Erlebnisse auf dieser besonderen Reise fasste sie in humorvoller und tiefgründiger Art in dem Spiegel Bestseller „Das große Los“ zusammen.

Zur Zeit beschäftigt sie sich mit dem Sesshaft werden in einer kleinen Hütte an der Ostsee. Dabei hat sie ihre Begeisterung fürs Gärtnern entdeckt und hierüber im Jahre 2019 einen weiteren Bestseller „Bin im Garten“ geschrieben. Du möchtest mehr über Meike Winnemuth erfahren? Dann klick doch mal auf ihre Website meikewinnemuth.de .

Das Portraitfoto wurde von Felix Amsel aufgenommen.

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