DIE BEDEUTUNG VON SOCIAL MEDIA – Interview mit Anne Grabs

#Tools

Social Media ist aus moderner Unternehmenskommunikation nicht mehr wegzudenken. Was genau Social Media so bedeutsam macht, und wie du davon profitieren könntest, erzählt uns die Social Media Expertin Anne Grabs im Interview.

Liebe Frau Grabs, was bezeichnet eigentlich Social Media genau?

Anne Grabs: Social Media umfassen alle Kanäle, die sich zur Vernetzung mit anderen Nutzerinnen und Nutzern, mit Organisationen und Unternehmen sowie Marken und Personenmarken eignen. Anders als bei der klassischen One-to-Many-Kommunikation, spricht man in sozialen Netzwerken von der Many-to-Many-Kommunikation. Das vorrangige Ziel von Social Media ist nicht Verkäufe zu erzielen, sondern Community Aufbau und Expertenstatus zu etablieren. Das ist sehr wichtig für alle Social Media Marketing Aktivitäten.

Social Media heißt:

– Owned Media, also eigene Kanäle in Social Media (z.B. eine Facebook-Seite, ein Instagram Business Account, eine LinkedIn Page)

 Paid Media, d.h. Werbeanzeigen in Social Media (z.B. Anzeige in Facebook oder Instagram)

– Earned Media, also Bewertungen, Empfehlungen, Shoutouts zum Beispiel die Erwähnung des eigenen Profils in Instagram Stories.

Warum ist Social Media so wichtig heutzutage?

Anne Grabs: Die Nutzer verbringen immer mehr Zeit im Digitalen und im Social Web. Einen Großteil der Generation Z und Generation Y erreichen Marken und Unternehmen kaum noch oder gar nicht mehr über die klassischen Kanäle. Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter eines MDR-Zuschauers/Zuschauerin beträgt 62 Jahre, das Durchschnittsalter eines TikTok-Nutzers/Nutzerin ist 12 bis 14 Jahre. Doch die relevantesten Kanäle sind im Moment Instagram, LinkedIn, Facebook, YouTube und Pinterest.

Es geht also nicht ohne Social Media, aber es geht nur mit einer strategischen Planung. Das Gute an Social Media: Sie ermöglichen es immer noch, organische Reichweite aufzubauen und Aufmerksamkeit für ein Thema oder eine Marke zu generieren. Ein Beispiel: Der Künstler Dominik Schmitt startete vor etwa 2 Jahren seinen Instagram-Kanal. Er filmt sich selbst beim Malen in Zeitraffer-Videos, erstellt witzige Animationen zu seinen Kunstwerken und zeigt seine fertigen Kunstwerke. Darüber konnte er Bilder verkaufen, kam mit Galerien in Kontakt, Agenten meldeten sich bei ihm. Zwei Jahre später wird er als Künstler gefeiert und stellt in New York & Co. aus. Es ist also nach wie vor möglich, in Social Media durchzustarten. Die Voraussetzung dafür ist natürlich eine Content Strategie und gutes Storytelling.

Welchen Social Media Kanal sollte ich auf jeden Fall nutzen, um mich über ein Unternehmen zu informieren?

Anne Grabs: Es empfiehlt sich, immer dem Kanal zu folgen, auf dem das Unternehmen besonders aktiv ist. Jedes Unternehmen legt hier je nach Zielgruppe einen anderen Leitkanal für sich fest und zwar dort, wo die Zielgruppe am meisten aufhält und offen für die Inhalte ist. In den meisten Fällen ist es LinkedIn, XING, YouTube, Facebook und Instagram.

Kann ich Social Media auch nutzen, um ein Unternehmen anzusprechen und beispielswiese nach Stellenangeboten oder Teilzeitmöglichkeiten zu fragen?

Anne Grabs: Es spricht nichts dagegen, Unternehmen auch direkt in Social Media nach Stellenangeboten anzusprechen oder nachzufragen, ob Initiativbewerbungen willkommen sind. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, in denen der „War of Talents“ auf XING und LinkedIn ausgetragen wird, sind Unternehmen offen für Talente und motivierte BewerberInnen. Einfach ausprobieren. Wenn es nicht klappt, hat man sich zumindest ins Gespräch gebracht.

Und zuletzt, wie erlerne ich die Feinheiten, wenn ich bislang mit Social Media nicht viel Berührung hatte?

Anne Grabs: Hier gibt es unterschiedliche Zugänge. Einige starten, indem sie selbst in Social Media aktiv werden, Tools und Apps ausprobieren. Andere kaufen sich Bücher, um in die Materie einzusteigen. Als Buchautorin bin ich hier nicht ganz unbefangen, möchte jedoch neben meinem eigenen Titel „Follow Me! Erfolgreiches Social Media Marketing“ auch noch die Bücher „Tell Me“ von Thomas Pyczak, „Storytelling“ von Petra Sammer, Content Marketing von Ines Eschbacher sowie „Der Social Media Manager“ von Vivian Pein empfehlen. Eine dritte Möglichkeit, sich in das Thema Social Media Marketing hineinzufuchsen, ist der Besuch von Workshops oder die Teilnahme an Kursen (auch Onlinekursen). In Berlin kann ich hier vor allem die Angebote der

WHY Akademie empfehlen. Hin und wieder gebe ich auch eigene Workshops. Doch ganz egal welchen Zugang man wählt, sollte man sich vorher immer den Referenten/die Referentin Experten/die Expertin zu prüfen. Schaut nach bisherigen Kunden/Projekten und natürlich wie aktiv der Experte bisher ist. So lässt sich sichergehen, ob man von ihm/ihr lernen kann.

Vielen Dank, liebe Frau Grabs, für das informative Interview.

Anne Grabs ist gelernte Werbekauffrau und studierte Pädagogin. Schon vor 10 Jahren hat sie ihren Schwerpunkt auf Social Media Marketing gelegt und bereits 2011 das Social Media Buch auf dem deutschsprachigen Markt veröffentlicht. Mittlerweile ist es in der 5. Auflage erschienen.

Als selbständige Beraterin zeigt sie Unternehmen, KMU, Startups und Kleinunternehmen sowie Gründerinnen und Gründern, wie sie ihr Social Media Marketing in Gang setzen. Ihr Mantra lautet: 100 % Social Media Empowerment. Bei Ihrer Beratung ist ihr ein nachhaltiger Ansatz sehr wichtig. Ihr Ziel ist es stets, einen Social Media Prozess aufzusetzen, der weder überfordert, noch vom Tagesgeschäft abhält oder von ihr abhängig macht.

Anne Grabs zeigt und ermächtigt, selbst relevante Inhalte und spannende Geschichte mit den passenden Tools selbst zu erstellen. Mehr Informationen über Anne Grabs gibt es unter https://annegrabs.de.

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